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Der Entnahmeturm

Der Entnahmeturm ist ein Komplexbauwerk, das aus dem Stausee herausragt. Es ist unterirdisch mit dem Staudamm verbunden. Der Turm hat drei wichtige Funktionen: Hier befinden sich die Grundablässe, die Rohwasserentnahme und die Hochwasserentlastung. Die zwei Grundablässe werden für die reguläre Bewirtschaftung der Talsperre genutzt und münden in die untere Etage des Grundablassstollens. Das Wasser der Talsperre Lichtenberg kann aus unterschiedlichen Höhen entnommen werden. Dafür gibt es im Entnahmeturm insgesamt fünf Rohwasserentnahmestellen. Diese münden in zwei Leitungen, die durch das Grundablassgewölbe zur Luftseite des Dammes und weiter zu den Wasserwerken Lichtenberg und Freiberg führen.
Hochwasser wird über einen Schachtüberfall im Entnahmeturm abgeleitet. Der trompetenförmige Einlauf hat einen Durchmesser von 13,50 Metern und verjüngt sich nach unten auf einen Durchmesser von drei Metern. Er mündet im Ablaufgerinne des Grundablassgewölbes. In einem 132 Meter langen Stollen wird das Wasser unter dem Staudamm hindurch auf die Luftseite des Dammes in das Tosbecken und schließlich in die Gimmlitz geführt.
Auch der Entnahmeturm der Talsperre Lichtenberg ist in die Jahre gekommen. An der Überlaufkrone haben sich Risse gebildet, die mit Flüssigkunststoff saniert werden. Gleichzeitig werden die statischen Lagerbedingungen des Turmkopfes korrigiert. Auch werden die Abdichtung und der äußere Stahlwasserbau des Turmes erneuert. Dazu gehören die Armaturen und Rohrleitungen der beiden Grundablässe und der Wasserentnahme.
Außen erhält der Turm eine epilimnische Wasserentnahme, die künftig warmes Oberflächenwasser an den Unterlauf abgeben kann. Dadurch bleibt das hochwertige Tiefenwasser für die Trinkwasseraufbereitung erhalten. Aber auch die Fassade des markanten Turmes wird sich ändern. So wird die Verglasung ausgetauscht und die geschädigten Betonteile instandgesetzt.

Epilimnische Wasserentnahme

Im Frühjahr hat das Wasser der Talsperre eine Temperatur von rund 4° C. Es wird unter anderem durch den Einfluss des Windes komplett durchmischt. Im Sommer wird das kalte, schwere Tiefenwasser von wärmerem, leichterem Wasser überlagert (Anomalie des Wassers). Es stellt sich eine Temperaturschichtung ein. Bisher wurde in den Sommermonaten stets kaltes Tiefenwasser aus der Talsperre an den Unterlauf abgegeben. Dadurch drang wärmeres Oberflächenwasser bis in tiefere Schichten vor. Durch den Einbau der epilimnischen Wasserentnahme kann die Mindestabgabe an den Unterlauf künftig aus den oberen Schichten entnommen werden.

Textquelle:
Landestalsperrenverwaltung Sachsen, Faltblatt „Talsperre Lichtenberg – Die Sanierung“

Bildquelle: Landestalsperrenverwaltung Sachsen, Fotograf IBTW Dresden GmbH